Rennradfahren im Winter - Der  Toskana-Traum

Rennrad Urlaub in der Toskana - Küste, Meer und Sonne
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Grundsätzliches

 

Im Winter gibt es generell drei Möglichkeiten, warum man Rennrad fährt. Erstens, man fährt, weil man für die Sommerereignisse fit sein will. Das nennt man Wintertraining. Das macht nicht immer Spaß, da der Wettergott auch mitspricht und erhebliche Spaßbremsen erfunden hat. Das sind Schnee, Eis, Schneematsch, Kälte, tristes Landschaftsbild, graue Töne überall und so weiter. 

 

Rennradfahren im Winter ist schön ... wenn es passt!

 

Die zweite Möglichkeit ist, man fährt im Winter, weil man halt so scharf aufs Fahren ist, dass man unbedingt fahren will. Hierzu zwei Möglichkeiten: Entweder man steht die Schikanen des Wettergottes durch, oder man fährt anderswo. Dort, wo es halt schöner ist. Diese Alternative hat logischerweise auch für den geschilderten ersten Fall hohe Anziehungskraft. Also ab in die Südtoskana.

 

Kleidung hilft

 

Die dritte Möglichkeit ist, man fährt, weil ... eben aus irgendeinem anderen Grund (Ärger? Freude? Fanatismus? Spaß? Figur? Oder man kann es einfach nicht lassen ... oder so). 

 

Auf jeden Fall gilt, dass es heutzutage – wenn man hart ist und es wirklich will – leichter geworden ist, auch im Winter zu fahren. Sofern die Straßenverhältnisse das zulassen, die Temperaturen einigermaßen erträglich sind und Nässe, Feuchtigkeit, Schnee, Regen mitspielen. Die Textil- und Funktionskleidungsingenieure haben die letzten Jahre Höchstleistung gebracht. Wer vielleicht vor dreißig oder mehr Jahren mit damaligem Material im Winter gefahren ist oder trainiert hat, ... der weiß das zu lieben. Man hat bemerkenswert gute Kleidung, Fasern, Macharten erfunden, und heute gibt es wesentlich bessere Trikots, Jacken, Schuhe, Handschuhe, … Ohrenschützer … und was weiß wer noch alles. Solche segensreichen Hilfen braucht es in der Regel auch. 

Rennrad im Winter ... Zweitrad oder Drittrad? Oder ab in bessere Gegend!

 

Wichtiger Aspekt: Wer im Winter fährt, der fährt sicher nicht mit seinem Superrenner durch Matsch, Schnee, Schneeschmelzschweinewasser, Salzstreuung, Splittstreuung und ähnliches ... ausgenommen, er wäre ... aber lassen wir das. Nein, man fährt mit einem Zweit-, Dritt- oder besonders ausgestattetem Rad (z. B. das heruntergenudelte Rad von vor fünfzehn bis einunddreißig Jahren, ... oder so).

 

Rennrad im Winter, wie denn nun?

 

Radfahren und Rennradfahren geht also grundsätzlich, aber dennoch ... viele tun es doch nicht, weil ... naja, kalt und mies und sonstwie schlimm bleibt Wintertraining auch bei heutiger Funktionskleidung. Und ... wer fährt schon wirklich gerne mit dem heruntergeschlunzten Material siehe oben. Klar: So richtig Spaß macht es im Winter nicht.

Die andere Möglichkeit

Die andere Möglichkeit

Für ALLE, die die Rennrad-Leidenschaft auch im Winter nicht unterdrücken können oder wollen, hat irgendwer irgendwann einmal die Südtoskana erschaffen.

 

Wintertraining hier ist natürlich auch anders wie im Frühling oder Sommer, man braucht auch die lange Hose, das lange Trikot etc. Wenn man manchmal auch durchaus meint, man ist im Frühling, um so besser.

 

Das Klima ist hier ... anders. Zum Teil warm, man glaubt es kaum ... aber auf jeden Fall besser.

 

Nicht umsonst kommen immer wieder bekannte und ehrgeizige Rennfahrer, Amateure, Hobbywildfahrer hierher, Leute, die einfach nur fahren und genießen wollen.

 

Nix Schnee, nix Eis, nix Salz

 

Dafür brauchen sie ein Wetter und Bedingungen, die mindestens akzeptabel sind, besser sogar besser. Das ist der Punkt: Häufig ist es so, dass im Dezember, Januar und später das Fahren mit relativ kleiner Winterkleidung in goldener Sonne stattfindet.

 

Auf jeden Fall, ein weiterer wichtiger Punkt, gibt es hier keinen Schnee, kein Glatteis und den ganzen Sch..., den der Winter für Rennradler nördlich bereithält. Also fährt man mitunter so, dass man sich erinnern muss, es ist Winter, weil man meint, es ist nur schön, nur gut und ganz anders. Daher macht es auch tausendmal mehr Spaß als ... siehe oben.

Nix Schnee

Das Spitzen-, Über- und Superrad

 

Und bitte: Hier fährt man mit dem Rennrad, mit dem Superteil, mit dem man immer fahren will – kein Schnee (hatten wir schon), kein Eis (hatten wir auch schon) und vor allem: kein Streu-salz oder die widerlichen Splittsteine, die unsere Superrenner im Nu alt aus-sehen lassen. Und bitte zweitens: Klar hat es auch in der Südtoskana schon mal geschneit, möglicherweise wurde dann auch irgendwas gestreut, aber das ist erstens lange her und zweitens selten, und überhaupt: meistens nur weit oben in den Bergen der Fall. 

 

Jedenfalls, wer hier viel fährt, auch im Winter viel fährt, und das vielleicht dreißig oder mehr Jahre, der weiß es hier zu schätzen, dass er eben nicht den altgeschlunzten Schrappen neh-men muss, sondern mit seinem (jeweiligen) Erst- und Höchst-Rennrad fahren kann. Für Reifen, Zubehör etc. gilt natürlich alles Gesagte analog.

 

Ausrüstung und Topographie

 

Also: In der Südtoskana kann man ganzjährig mit dem „guten“ Rennrad fahren. In der Regel ohne Schnee, Eis und das andere Zeugs.

 

Es ist natürlich die lange Hose und das langärmelige Trikot gefragt, je nach Veranlagung auch lange Handschuhe und eventuell Überschuhe. Alles Weitere je nach Disposition des Einzelnen. Wenn es regnet, was es relativ selten tut, aber doch irgendwann schon auch mal, dann regnet es. Nicht schön, hat aber mit Toskana nix zu tun.

 

... wie im Sommer

 

Die Berge in der Südtoskana sind ernstzunehmend (aber hallo!), und sie sind ganz anders als etwa die Hügel-chen in der Gegend von Siena. Länger, schöner, herausfordernder und so wei-ter. Aber sie führen nicht so weit hoch, wie etwa in den Alpen. Also hängt es weniger von der Jahreszeit ab, ob man hinaufkommt und hinauf will, sondern mehr von der eigenen Verfassung. Also wie im Sommer.

Spezielle Spezialitäten

Spezielle Spezialitäten

Grundlage fahren müssen wir alle. Oder sollten wir. Jedenfalls hilft uns unsere Gegend. Hier finden wir eine der in Italien seltenen weiten, flachen und sehr schönen Ebenen. Hier können wir Kilometer schnurren.

 

Sich auskennen, glücklich sein

 

Das ist das Supergeile im Süden der Toskana: Man kann tagelang in der Ebene toben, muss nicht ständig über brutale Anstiege. Aber es geht auch anders. Wenn gewollt, dreht ein kleiner Schlenker den Lenker Richtung Berge - und dann mal los!

 

Voraussetzung ist, man kennt sich aus, sonst könnten die Abstecher dahin führen, wo es richtig weh tut. Wenn sich böse Steigungen zu sehr häufen, dann leidet der Spaß vor allem im Winter sehr.

 

Wichtig ist, dass man immer weiß, wo man ist, und wohin man sich begibt. Wir wissen es, wir kennen uns aus. Und zwar wie!

 

Dazu gehört auch, dass wir verkehrsarm vergnüglich rollen wollen.

Autos haben ihren Platz anderswo.

 

Licht, Luft und Sicht

 

Einer der berühmtesten Söhne der Toskana war Michelangelo Buonarroti. Kein Rennradler, sondern Steinmetz und Bildhauer, der auch als Maler berühmt wurde. Obgleich er natürlich vor dem Rennradeln gelebt hat, kann er uns dennoch viel geben. Das hat er auch getan, und diese Dinge befinden sich heute im Museum, in Kirchen oder kosten Eintritt.

 

Umsonst ist jedoch das Licht des Buonarroti, denn als Mann der Toskana malte er mit eben jenem Licht, das ihm der Himmel bot. Dieses Toskanalicht ist überwältigend, beeindruckend und ganz besonders.

 

Man sieht es nicht immer, nicht jeden Tag. Oft ist halt nur Licht. Aber ganz oft, vor allem im Winter, oder am Abend, oder wenn man halt Glück hat, dann ... dann ist die Zeit und der Ort für das Licht des Buonarroti. Er hat's damals für seine Kunst genommen, hat sein Können dazugetan - und das Ergebnis, ist das, was wir heute lieben und zum Beispiel in der Sixtinischen Kapelle auch gerne bezahlen.

 

Wir sind Rennradler, wir malen nicht, aber wir haben die einmalige Chance, mit ein bisschen Glück durch dieses Wunderlicht zu radeln, zu staunen und glücklich zu sein. Gerade im Winter kann das Licht ganz besonders sein.

Licht, Luft und Sicht

Weitblick und Fernblick!

 

An bestimmten Stellen stehen und staunen wir, und wir genießen Weit-, Tief- und Fernblicke ganz eigener Art. Die wunderbarsten, weitesten und ungetrübtesten Fernblicke gibt's im Winter. Dazu gibt's vor allem im Winter und Frühjahr Farben, die gibt es gar nicht.

 

Es braucht nur das Glück, einen dieser Wintertage zu erwischen, die gewaltige Lichtkuppeln über unsere Ebene stülpen. Wenn dann noch ein bissl Glück dazu kommt, dann passt alles: Wir schauen in winterlich-klarer, undunstiger Luft weit, weit, weit - und wir denken noch lange daran.

 

Blick nach K..., staunen und ... staunen!

 

Wer je von bestimmten Punkten mit dem unbewehrten Auge – okay, natür-lich mit Sonnenbrille – Elba und seine Gebirgslandschaft sah, der staunt. Wenn man dann noch dazu hinter Elba das gewaltige Felsmassiv von Korsika erkennt, dann gehen Auge und Herz noch weiter auf.

 

Korsika sieht aus, als läge es ein paar Kilometer hinter Elba, dabei ist es sehr weit dahinter, sehr weit. Also schauen und genießen, so dass es daheim noch lange und intensiv Gesprächsstoff gibt.

 

Merke: Frühling, Sommer und Herbst sind wunderbar, in vielerlei Weise! Aber dennoch: Die megageilsten Aussichten und Blicke und Stimmungen … na, sagen wir einfach, der Winter hat Dinge zu bieten, das glaubt nur der, der sie erleben durfte.

Farben und Cappuccino

FarbeN und cAPPUCCINO

Kaum etwas quält den Rennradler mehr als der Winter, so wie er sich nördlich der Alpen abspielt. Kein Laub an den Bäumen, keine Blumen, kaum Farben … wir Rennradler kennen das. Grau, dunkel, blass, so ist's oft. Wenn es die Sonne überhaupt schafft, das abzumildern, dann meist nur kurz. In der Regel scheint sie im Winter nur weit oberhalb sehr verschlossener Wolkendecken.

 

Andere Welt

 

In der Südtoskana ist das alles anders. Lassen wir weg, dass es auch mal trist und wolkenverhangen sein mag, aber das Land ist im Winter verschwende-risch grün, sattfarben, an den Bäumen ist massig Laub, und es gibt natürlich grüne Bäume, die gibt es oberhalb der Alpen nicht.

 

Die sind sehr, sehr schön. Aus-probieren lohnt sich immer, z. B. durch eine Pinienallee dann fahren, wenn im fernen Norden ein Schneesturm oder ähnliches tobt. Zusammengefasst ist die Fahrt im Winter durch die Toskana ein Erlebnis, auf das man im Norden halt noch viele Monate warten muss.

 

Temperaturen, Regen und ähnliches, zum Beispiel milde Winter

 

Vorweg, wenn es schüttet, dass man meint, die Welt will nicht mehr, dann ist das nicht so doll. In Buxtehude wie in Italien. Aber in dieser Weise schüttet es in der Südtoskana nicht so häufig wie … na, wir wissen es. Wenn doch, dann Pech.

 

Generell hat es im Winter Tempera-turen, bei denen Rennradfahren ohne größeren Einmummeaufwand möglich ist. Daher tun es auch so viele. Lassen wir mal weg, dass unsere Italiani manchmal verpackt sind, wie wenn sie sich nach Grönland verfahren hätten, das zählt nicht für allgemeine Aussagen.

 

Kleidung ja, aber ... nicht übertreiben

 

Die notwendige Kleidung fürs Radeln wurde beschrieben und ergibt sich aus dem Kalender. Es kann aber auch sein, dass man im Dezember, Januar meint, es ist … viel später. Glück gehabt, genießen.

 

An solchen Wonnetagen geht es eben mit der Dreiviertellangen raus, mit den kurzen Rennhandschuhen, vielleicht nur mit einem Trikot, lange Ärmel, eben keine Jacke - und die Überschuhe las-sen wir daheim trocknen. Tipp neben-bei: Meistens reichen Wintersocken. Es ist wärmer als im Norden, deutlich wärmer. Äh,klar, es kann auch kühl sein, aber das wissen wir.

 

Zuverlässige Rettung durch  König Cappucino

König Cappuccino

Minusgrade hat es auch, zwar selten, aber doch. Aber in der Regel hat es die nur in der Nacht, und da schlafen wir. Man richtet sich halt nach der Sonne, fährt wenn möglich im Winter über Mittag (nein, im Sommer tut man das natürlich nicht!), weil, was die Natur uns an Wärme gibt, das nützen wir aus.

 

Der Natur macht es nix aus, und uns hilft es. Natürlich, klar, oben in den Hügeln, da kann es sauber winden, pfeifen, blasen. Aber das lässt uns kalt, denn wir wissen nach einem zehrenden Anstieg genau, wo sich die nächste Cappuccinostation befindet. Und wie sie geheizt ist.